Projekte
Architektur
Hof Winklgut
Energetische Sanierung und Umbau Hofgebäude
Jahr: 2024
Bauherr: Fam. MK
Realisiert
Der Hof befindet sich seit Generationen im Famiienbesitz und war nach jahrelangem Lehstand in sehr kritischem Zustand.
Wunsch der Familie war es, den Hof wieder Instand zu setzen und zu einer eigens genutzen Wohnung im Obergeschoss, sowie einem B&B mit 4 Zimmern im Erdgeschoss umzubauen.
Bauherrnwunsch war es, den Bestand so weit wie möglich unverändert zu lassen, wobei aber der Spagat zur Finanzierbarkeit zu schaffen war.
Um die aufwendige Sanierung finanzieren zu können, mussten und konnten insbesodere für die energetische Sanierung Steuervergünstigungen und Förderungen genutzt werden, so dass über die urbanisitischen Auflagen, u.a. durch den Ensembleschutz, vor allem auch hohe Anforderungen bei Dämmarbeiten und Anlagentechnik zu erfüllen waren.
Die Fassaden mussten unbedingt erhalten bzw. gem. der historischen Fotos wiederhergestellt werden. Nach genauerer Analyse der Situation im Innenbereich war es sinnvoller und wirtschaftlicher, nicht zu restauriern, sondern zu erneuern - insbesondere die Holzbalkendecken waren überwiegend marode, so dass die Erhaltung und staische Aufbesserung extrem kostspielig gewesen wäre. Darüber hinaus hatte das nicht stimmige statische System mit einer Dachkosntruktion, die die Kräfte nicht über eine logisch-sinnvolle Stützenstellung nach unten abgeleitet hatte, sondern vielmehr an versetzter Stelle zur extremen Durchbiegung der alten Decken geführt. Auch hatten die Decken im Erdgeschoss ein Gefälle von rd. 25-30 cm, da vermutlich vor langer Zeit zwei verschiedene Baukörper miteinander verbunden wurden.
So wurde der Bau in den beiden oberen Geschossen entkernt und neue Holzbalkendecken eingezogen. Die Innenraumeinteilung erfolgte dennoch analog der historischen mit einem zentralen Erschließungsflur für die jeweils seitlich entlang der Fassaden angeordneten, großzügigen Räume, um die bestehende Situation wiederaufzugreifen - was auch mit der Verwendung des Materials Holz fortgeführt wird.
Da die Fensteröffnugen nach dem Einziehen der nun horizontalen Decken gen Norden keine ausreichende Brüstungshöhen mehr gewährleistet haben, wurden zur Einhaltung der Sicherheitsvorschriten dezente Stangen vor den Fenstern integriert.
Die morderne Haustechnik wurde durch Abgraben des Erdreichs im Kellerbereich untergebracht.
Der Dachstuhl konnte vollständig erhalten bleiben, so dass hier die baugeschichtliche Vergangenheit einen besonders reizvollen und außergewöhnlichen Dachraum bildet.

